GESCHICHTEN

AUS AHL

Schlägerei in der Wirtschaft in Ahl 1780

Ein langer Bericht befindet sich in der Prozessakte des Landgerichts Hanau aus dem Jahre 1780 im Staatsarchiv Marburg (260 Hanau Nr. 2130). Damals zogen der Landgrenadier Johann Heinrich Fuß aus Bellings mit 3 jungen Burschen aus Steinau und Schlüchtern nach Hanau.

Schon auf dem Hinweg hatten sie im Wirtshaus in Ahl gezecht. Auf dem Rückweg kam es dann nach weiterem Genuss von Branntwein und Bier zum Streit und blutiger Schlägerei, wobei auch Säbel und Seitengewehr eingesetzt wurden. Der Landgrenadier Fuß wurde zu 8 Tagen Arbeitsstrafe am Wegebau verurteilt. Die Steinauer Johann Peter Heyd und Christoph Eyrich erhielten 6 Tage und Johann Elsässer aus Schlüchtern 4 Tage Arbeitsstrafe. Außerdem mussten sie die Untersuchungskosten zu gleichen Teilen bezahlen. Ahler Zeugen und auch der Wirt wurden nicht vernommen, da sie das Wirtshaus schleunigst verlassen hätten.

Als Napoleon in Ahl frühstückte

Beim Rückzug der geschlagenen französischen Armee nach der Völkerschlacht bei Leipzig im Jahre 1813 kamen die Reste der napoleonischen Truppen über die Frankfurt-Leipziger Straße auch durch Ahl und Salmünster. In der Zeit vom 25. - 29. Oktober plünderten, zerstörten und setzten sie Häuser in Brand. der Stadtschreiber Georg Schmitt beschreibt in seiner “Chronik von Salmünster” aus dem Jahre 1828 die schrecklichen Ereignisse: “In dem benachbarten Ahl aber brannten fünf Häuser ab. Der Kaiser der Franzosen ließ, während diese Häuser in Flammen standen und alles ausgeplündert war, die ganze Armee einen Halt machen nahm auf einem auf einem aus den Flammen des im Brande stehenden Wirtshauses entnommenen Tische ohngefähr 50 Schritte von da auf einer der Gemeinde gehörigen Wiese ein Frühstück ein und gegenwärtigte die Nachricht, ob die Gegend um Gelnhausen nicht mit Alliierten, besonders aber Baiern, besetzt sey, um hiernach seinen Marsch einzurichten. Als demselben die Kunde überbracht wurde, dass gar keine Feinde in der Umgegend wären, sagte derselbe seiner ihn umgebenden Generalität: “Nun passieren wir den Rhein.” Welches auch nach einer bei Hanau stattgehabten Schlacht der Fall war.”

Die drei Buchstaben AHL

Im Jahre 1985, als in Höchst der Abschnitt Höchst - Salmünster der Autobahn A66 eröffnet wurde, demonstrierten Heinrich Röhrig und Ewald Wolf mit einem Schild: “AHL fordert den Weiterbau der A66”

Am Abend vorher wurde ein Betttuch zweckentfremdet. Mit schwarzem Edding malten sie die Buchstaben auf das Tuch, die sich noch wochenlang auf Wolfs Treppe abdruckten.

Als die beiden mit eingerolltem Tuch zur Eröffnung erschienen, wurden sie von der Polizei kritisch beäugt und zu den anderen Demonstranten geleitet, die mit dem Schild: “Keine Rollbahn gegen Osten” demonstrierten. Als die beiden aber ihr Betttuch entrollten, gab es befreites Gelächter bei Polizei und Verantwortlichen. Die Presse machte ihre Fotos, und ein Vertreter fragte: “Für was stehen denn die drei Buchstaben AHL?” Er bekam zur Antwort: “Arbeitsgemeinschaft Hessischer Lastwagenfahrer”, was natürlich zu schallendem Gelächter bei den Umstehenden führte.

Ein Schild mit den drei Buchstaben stand dann jahrelang an der B 40 in Ahl und forderte den Weiterbau der Autobahn, der sich aber um Jahre verzögerte, da man sich in der Politik nicht einig war.